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LIEBHERR Tischtennis WM 2017 in Düsseldorf - wir waren dabei

am . Veröffentlicht in Allgemeine Infos

Irgendwann im letzten Jahr sickerte der Termin durch - 29.05. - 05.06.2017 in Düsseldorf. Wow, die Tischtennis-Einzel-WM vor der Haustür. Erste Umfragen wurden gestartet und es gab Rückmeldungen. Nach einigem Hin und Her standen die WM-Fahrer und der genaue Termin fest - die letzten drei Turniertage - und Katha besorgte uns die Unterkünfte bei den NH-Hotels in Düsseldorf. Und dann ging die Reise am Samstag, 03.06.2017 endlich los ...

Mit von der Partie waren Marian, Max, Nina, Patrick, Roland, Rüdiger, Sebastian, Susanne und Sven.

Unsere Reisegruppe

Auf dem Bild fehlen Sebastian und Susanne (Fotografin)

Und gleich zu Beginn stand ein echtes Highlight aus deutscher Sicht an.

Patricia Solja stand mit ihrem Doppelpartner Fang Bo (China) im Mixed-Halbfinale. Leider reichte es trotz einer zwischenzeitlichen 3-1 Führung nicht für das Finale - aber es war die erste deutsche Mixed-Medaille seit 1971 bei einer WM. Was für ein toller Erfolg.

Anschliessend stand Ruven Filius im Achtelfinale der aktuellen Nr. 2 der Welt, dem 20-jährigen Fan Zhendong aus China, gegenüber.
Wer aber gedacht hatte, dass dieser ihm eine Lektion erteilen würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Einem knapp verlorenen 1. Satz folgte der Satzausgleich und auch der 5. Satz ging an den abwehrenden deutschen Vizemeister. Schliesslich musste er sich aber doch geschlagen geben -  der junge Chinese hatte sich das sicherlich leichter vorgestellt.

Es folgte der beeindruckende Auftritt des erst 13-jährigen Japaners Tomokazu Harimoto. Der hatte fast schon sensationell seinen Landsmann Jun Mizutani ausgeschaltet. Und das Achtelfinale war noch nicht das Ende seines Weges - dort stürmte er über den chancenlosen Tomas Konecny aus Tschechien ins Viertelfinale. Der junge Kerl ist in seine Heimat schon dermaßen in den Medien, dass selbst eine Autogrammstunde schon einmal live im TV übertragen wurde. In Japan wird er als die große Hoffnung für Olympia 2020 gehandelt.

Dann aber kam Boll - Timo Boll. Allein schon seine Vorstellung brachte die Halle, die mit 8.000 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt war, zum Beben. Das war für seinen Gegner Marcos Freitas aber kein Grund, sich einfach überrollen zu lassen. Timo musste richtig kämpfen um im Turnier zu bleiben. Aber am Ende hatte er es nach 5 Sätzen geschafft und hatte das Viertelfinale erreicht.

Nach einem so langen Tischtennistag waren die Mägen leer und wir machten uns auf die Suche, wo wir diese wieder füllen konnen. Da gibt es in der Düsseldorfer Altstadt ja Möglichkeiten genug - eigentlich zu viele. Glücklicherweise half uns hier Sebbl bei der Entscheidung. "Ich war mal im Füchschen - das war echt gut". Und dank Google-Maps war der Weg auch schnell gefunden - unterwegs kamen uns Zweifel, ob die eingeschlagene Route auch tatsächlich zielführend ist - aber der ohne alle Zweifel voranschreitende Sebbl sagte nach irgendeiner Ecke "da ist es - hab ich doch gesagt". Und es war echt lecker.

Weiter ging es am Sonntag mit dem letzten Achtelfinale - das spielte Dima Ovtcharov gegen Koki Niwa, den auf Nr. 10 gesetzten Japaner. Leider fehlte Dima das letzte Quentchen um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Aber -9 im 7. Satz ist das denkbar knappste Ergebnis. Aber raus ist raus - schade.

Bevor es ins Viertelfinals der Herren ging, standen die ersten Entscheidungen an. Das Damen-Einzel-Finale. Eine rein chinesische Angelegenheit, bei der sich Ding Ning knapp zur Titelverteidigung spielte.

Die richtige Einstimmung zum Viertelfinalspiel von Timo gegen Ma Long, der Nr. 1, Titelverteidiger und amtierenden Olympia-Sieger. Keiner rechnete wirklich damit, dass es knapp werden würde. "Vielleicht schafft Timo einen Satz, das wäre schön" war so die gängige Erwartung.
Als dann aber beim Stand von 2:3 Timo im 6. Satz mit 8:4 in Front lag, keimte die Hoffnung auf die Sensation. Am Ende befreite sich Ma Long aber noch mit sensationellen Schlägen aus der sich schon langsam enger werdenen Schlinge und behielt mit mit 4-2 Sätzen die Oberhand. Wie knapp es war zeigte dann das anschliessende Interview von Timo, in dem er sich echt enttäuscht äußerte und einen 7. Satz schon ganz gerne gespielt hätte ...

Und auch ein anderer Titelaspirant zog sich nur mit größter Mühe aus dem Sumpf - 5:10 lag Xu Xin im 7. Satz zurück um dann doch noch zum Sieg gratulieren zu lassen - hohe Führungen zu verspielen schaffen also auch andere - nicht nur wir in Edingen.

Nach den Mittagsspielen zeigten dann erste Reiseteilnehmer Konditionsschwächen - aber die meisten hielten durch und schauten sich eine Cocktailbar genauer an, was dann deren Tagesform ...

... am letzten Turniertag, dem Montag etwas beeinträchtigte.

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Und der hatte den Höhepunkt des Turniers zu bieten. Aber vor dem Finale standen die beiden Halbfinals der Herren, die ob ihrer Eindeutigkeit zu Gunsten von Ma Long und Fan Zhendong aber eher enttäuschten.

Dafür wurden wir aber vom Finale entschädigt - überraschend deutlich ging dabei der 1. Satz an den jungen Fan, dann aber schlug das Imperium zurück und Ma ging mit 3-1 in Führung. Der konnte sein superhohes Niveau aber nicht ganz halten bzw. Fan fand die winzigen Lücken und konnte zum 3-3 ausgleichen.

Im Entscheidungssatz wogte das Spiel dann hin und her - 5-3 und 7-5 für Ma. Alle Fotographen hatten sich bereits hinter dem Titelverteidiger positioniert. Dann 4 Punkte von Fan nacheinander - das hatte zur Folge, dass die Fotographen ähnlich einer Völkerwanderung die Box umliefen um das erste Foto von Fan zu bekommen. Dann aber 9-9 und gar 10-9 für Ma - wieder viel Bewegung rund um die Box - und dann der Showdown beim 10-10. Die Fotographen waren zwischenzeitlich wieder gleichmäßig rund um die Box verteilt.

Superspannend - das Einzel-Finale der TT WM der Herren musste in der Verlängerung des 7. Satzes seinen Sieger finden.

                                                         und der neue Weltmeister ist der Alte

                                                                               MA LONG

Einen Verlierer aber hatte das Spiel eigentlich nicht verdient. Leider musste es aber einen Noch-nicht-Sieger geben. Fan Zhendong

 

Drei tolle Tage lagen hinter uns - allen hat es wirklich Spaß gemacht, auch wenn es ganz schön anstrengend war, allen Spielen zu folgen. Aber dieses Tempo, die Schnelligkeit sowie die dafür notwendige Athletik einmal live zu bestaunen, lässt uns stauenend und bewundernd auf die weltbesten Spieler unseres Sports schauen.